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Quappe.

Die Quappe (Lota lota)

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Vorkommen im Edersee

Die Quappe ist die einzige Dorschart, die im Süßwasser vorkommt. Die Quappe ist ein nachtaktiver Bodenfisch und lebt sowohl in stehenden als auch in fließenden Gewässern. Sie bevorzugt kühles, klares und sauerstoffreiches Wasser.  Die Quappe laicht in der Zeit von November bis März. Die Eier enthalten eine Ölkugel und sind daher planktonisch. Es dauert etwa 80 Tage bis die Larven schlüpfen. Nach dem Schlupf wachsen die Larven innerhalb von 4 Wochen auf 2 cm. Insgesamt wächst die Quappe in den ersten drei bis vier Jahren relativ schnell, danach verlangsamt sich das Wachstum deutlich.

Für den Edersee und die obere Eder sind regelmäßige Nachweise bis zum Zweiten Weltkrieg bekannt. Danach liegen nur sehr vereinzelte und nicht sicher dokumentierte Nachweise vor. Erst bei der Fischbestandserhebung 2005 wurde die Quappe wieder systematisch nachgewiesen. 

Anglerfänge:

Über den Fang von Quappen liegen von Anglern kaum Angaben vor. Dies liegt zum einen daran, dass die Quappe ganzjährig geschützt ist und daher nicht gezielt auf sie geangelt wird. Zum anderen ist die Quappe eine typische Winterfischart, und in dieser Jahreszeit ist die Angeltätigkeit am Edersee eher gering.

Nachweis beim  Fischbestandsmonitoring:

Die Quappe ist eine in Hessen ganzjährig geschützte Fischart. Aufgrund der Nachweise bei der Fischbestandserhebung 2005 mit mehreren Exemplaren und mindestens drei Jahrgängen wird seit 2006 ein spezielles Monitoringprogramm am Edersee durchgeführt. Mit Hilfe gezielter Elektrobefischungen soll die Bestandsentwicklung dokumentiert werden.

Zu diesem Zweck werden im Sommer und bei geeignetem Wasserstand auch im Herbst jeweils zwanzig Probestrecken von je 50 m befischt. 

Bilder : Quappen aus dem Edersee

 

 

Bild: Ergebnisse der Elektrobefischungen

Bei den anderen Methoden der Fischbestandserhebung gelingt der Nachweis von Quappen nur selten, da diese Methoden für den Nachweis von Quappen nur sehr bedingt geeignet sind. 

Bei der seit 2005 jährlich durchgeführten Jungfischuntersuchung (mittels Brutnetz) konnten nur Einzelexemplare nachgewiesen werden (Stand 2016). Dies liegt daran, dass sich die jungen Quappen zumeist zwischen Steinen verstecken und damit nicht erreichbar sind.

Insgesamt kann aus allen vorliegenden Ergebnissen gefolgert werden, dass die Quappe im Edersee wieder eine stabile Population ausgebildet hat. Mittlerweile besiedelt die Quappe wieder die gesamte Eder oberhalb des Edersees. Das ist eine direkte folge der geänderten Bewirtschaftung des Edersees. Auch Nebengewässer (Orke, Nuhne) werden zunehmend besiedelt soweit es durch Querverbauungen nicht verhindert wird. Inwieweit sie zukünftig eine noch größere Rolle in der Fischbiozönose spielen wird, bleibt abzuwarten. 

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