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Kormorane.

Kormorane am Edersee

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Der Edersee mit seinem großen Fischbestand übt eine große Anziehungskraft auf fischfressende Wasservögel aus. Zu diesen Wasservögeln zählen neben dem Kormoran auch Graureiher, Silberreiher, Haubentaucher, Gänsesäger, Eisvögel und andere.

Dabei übt der Kormoran von allen Wasservögeln den weitaus größten Einfluss auf den Fischbestand aus.

Schlafplatz Affoldern

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Am nahegelegenen Affolderner See befindet sich im Naturschutzgebiet ihr großer Schlafplatz. Dieser Schlafplatz liegt gut geschützt am Fuße des südlichen Steilhanges, am südlichen Rand des Gewässers und damit bereits im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die Vögel sitzen auf alten Buchen und Fichten. Der Platz wird jedoch nicht nur von Vögeln genutzt, die am Edersee jagen. Dafür spricht, dass regelmäßig abends größere Trupps aus Richtung untere Eder einfliegen.

Zählproblematik 

Die Methode der Schlafplatzzählung ist die derzeit gängige Methode, um Kormorane zu zählen, da während des Tages häufig Flugbeobachtungen stattfinden. Eine hohe Fluchtdistanz und das Übersehen tauchender Vögel stellt eine Fehlerquelle dar.

Eine besondere Problematik besteht bei der Zählung der Kormorane auf dem Schlafplatz Affoldern, da dieser nur sehr schwer einsehbar ist. Durch die im Stausee verlaufende Insel (Damm) mit seinem dichten Gebüsch und Bäumen ist eine Beobachtung der Vögel, die in den unteren Ästen der Bäume sitzen, stark erschwert. Weiterhin ist zu beobachten, dass die Vögel noch nach Einbruch der Dämmerung aktiv sind und dann noch an- bzw. abfliegen. Dies erschwert die Zählung sehr und führt zu Fehlern. 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Vögel am frühen Morgen beim Abfliegen von dem Schlafplatz zu zählen. Die Vögel fliegen dann über die Eder im Bereich der Ortsteile Hemfurth und Affoldern. Bei klarem Himmel können dann Fotos gemacht und die Vögel nachträglich am Computerbildschirm ausgezählt werden. Dieses Zählverfahren wird zumeist von der IG Edersee am Edersee angewendet.

Bestandsentwicklung 

Vor dem Bau der Edertalsperre gab es kaum Beobachtungen von Kormoranen an der Eder. Der noch ungezähmte Fluss bot für diesen Vogel kein wirklich geeignetes Jagdgebiet. Nach dem Bau des Edertalsperre war der Kormoran in den Jahren vor 1989 ein sehr seltener Gast. Es war eine Besonderheit, einen Kormoran am Edersee zu sehen oder gar beim Jagen beobachten zu können. 

Erst ab dem Jahr 1992 stieg die Anzahl der Kormoranbeobachtungen stetig an. Seit dem Winter 1994/95 wird der Schlafplatz am Affolderner See kontinuierlich genutzt. Seit dem Winter 2001/02 erfolgt eine Schlafplatzzählung durch die NABU Waldeck-Frankenberg. In den letzten Jahren hat sich der Bestand offensichtlich auf ein Maximum eingependelt. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Frequentierung des Schlafplatzes Affoldern auch von der Witterung beeinflusst wird. In strengen Wintern, in denen der Edersee von einer geschlossenen Eisdecke bedeckt ist und auch der Affolderner See zufriert, steht dann nur noch die Eder als Jagdrevier zur Verfügung. Dieses Nahrungsangebot ist sehr eingeschränkt, so dass die Anzahl der Kormorane, die im Bereich des Edersees, überwintern zurückgeht. Problematisch ist in solchen Wintern der Einfluss auf die Fischbestände der Eder (Äschen)!

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Brutversuch am Affolderner See

Im Frühjahr 2010 waren am Schlafplatz am Affolderner See Nestbauaktivitäten durch Kormorane zu verzeichnen. Es entstanden in den folgenden Wochen insgesamt 49 Nester, die mit Kormoranen belegt waren. Im Laufe des Mai wurden die Nester offensichtlich regelmäßig von Waschbären heimgesucht und die Nester geplündert. Ende Mai war die Brutkolonie dann nicht mehr besetzt, die Kolonie war komplett geplündert. Es gab somit keinen nachweisbaren Bruterfolg.

Beobachtungen am Edersee

Die Kormorane brechen am zeitigen Morgen bei ausreichender Helligkeit zum nächstliegenden ergiebigen Fangplatz auf, um diesen sogleich nach der Nahrungsaufnahme wieder in Richtung Tagesrastplatz (z.T. gleich Schlafplatz) zu verlassen. Die großen Schlafplatzgesellschaften teilen sich in kleinere Tagestrupps auf. Nachmittags können dann nochmals kleinere Trupps oder einzelne fischende Kormorane beobachtet werden. 

Die Zahl der Kormorane schwankt jahreszeitlich bedingt sehr stark. Dies hängt damit zusammen, dass im Frühjahr und im Herbst regelmäßige größere Trupps am Edersee Station machen auf dem Durchzug zu ihren Brut- bzw. Überwinterungsplätzen.

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Einfluss auf den Fischbestand 

Die Anzahl der Kormorane, die den Edersee als Jagdrevier nutzen, unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. 

Durch regelmäßige Beobachtungen kann die Zahl der am Edersee fressenden Kormorane und damit die Fischentnahme grob abgeschätzt werden. Legt man die Beobachtungszahlen zu Grunde, so kommt man auf ca. 15 t Fisch, die jedes Jahr aus dem Edersee durch Kormorane entnommen werden. Dabei werden in der Regel Fische zwischen 10 und 25 cm gefangen, die zumeist auf die Hauptarten Rotauge, Barsch, Ukelei und Brasse entfallen.

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Aktuelle Bilder

Nachfolgendes Bild ist am 14. Juli 2014 im Bereich der Waldecker Bucht aufgenommen und zeigt ca. 220 Kormorane

ca. 220 Kormorane am 14. Juli 2014 Waldecker Bucht

 

Kormoran am Edersee

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